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Der Abschnitt Isola - Montespluga

Der Abschnitt Isola - Montespluga ist heute wegen seiner Naturschönheit und den unvergesslichen Ausblicken eine nicht zu verpassende Möglichkeit eine mittelschwere Wanderung auf einem faszinierenden, historisch wichtigen Verbindungsweg zu unternehmen, der über Jahrhunderte von Händlern, Pilgern und Heeren benutzt wurde.
Um die Wanderung zu beginnen, muss man Isola in der Gemeinde Medesimo erreichen. Dazu nimmt man nach Chiavenna die Staatsstraße ss. 36 dello Spluga.

Isola liegt 18,5 km von Chiavenna entfernt. Man fährt nach Campodolcino und hält sich an der Ortsausfahrt links (den Schildern Isola folgend), rechts die Straße nach Pianazzo, Medesimo und den Splügenpass. Nach wenigen Kilometern in wunderschöner Umgebung (rechts kann man z.B. den berühmten Wasserfall von Pianazzo mit einer Fallhöhe von mehr als 200 m bewundern), erreicht man die Häuser von Isola, über dem Stausee. Der Name des Ortes ist wahrscheinlich darauf zurück zu führen, dass dieser Ort früher wie eine Art Insel gelegen war, umgeben von sumpfigem Gelände.

Auf 1268 Metern wird man von der schönen Kirche der Heiligen Martin und Giorgio empfangen, die aus dem 15.Jh. stammt. Der Ort liegt zwischen den Lepontinischen Alpen im Westen, in der Nähe des Taleingangs zum weiten Febbraro Tal und den Rhätischen Alpen im Osten mit den steilen, zerklüfteten Hängen, auf denen eine Straße nach Pianazzo führt, in der Nähe der Abzweigung Medesimo – Splügenpass. Um auf dem Saumpfad zu wandern, stellen Sie das Auto auf dem Parkplatz oberhalb der Kirche ab und gehen zum Ortsanfang, zum Restaurant Cardinello. Auf einer asphaltierten Straße, der Via Cardinello, erreicht man die zur anderen Talseite führende Brücke. Jetzt befindet man sich ein wenig oberhalb des Wasserkraftwerks und der Straße nach Pianazzo. Der Bach Liro befindet sich links. Ein Hinweisschild zeigt die Via Spluga, die im ersten Teil aus einer Schotterstraße besteht, die bis zum Ortsteil Torni (1360 m) führt, mit seinen Häusern, die an die im Engadin erinnern. Rechts befinden sich jetzt die mit einigen großen Steinen bestückten Wiesen von Torni, die bis zum Fuße des steil abfallenden Felshanges reichen. Nach Torni geht die Naturstraße in einen breiten Weg über, von dem aus man vor dem Verlassen des Gebiets des Liro eine beeindruckende Schlucht bewundern kann: man muss dazu nur einige Schritte nach unten gehen und von einem, zu Recht durch Brustwehr geschützten Felsen kann man einen Blick auf einen schönen Wasserfall werfen. Man sollte auch das Auge auf die gegenüberliegende Seite schweifen lassen, von links (Süden) nach rechts, über die Hochebenen Pian dei Cavalli, den Eingang zum Febbraro Tal, den Wald von Foi, das Vamlera Tal und den Wald von Rasdeglia.

Der Saumpfad vereinigt sich mit der, von der gegenüberliegenden Seite von Rasdeglia und Soste kommenden Variante. Bevor man den Taleingang zum Valle del Cardinello (oder Gardenello) erreicht, führt der Weg leicht nach rechts, einem Kamm mit Lärchen und Almen folgend. Hier beginnt wohl der beeindruckendste Teil des Weges, der an einzelnen Stellen der steil abfallenden Hänge direkt aus dem Felsen gehauen wurde. Zum Glück erleichtern Handläufe an den gefährlichsten Stellen das Begehen, dennoch ist Vorsicht geboten. Bei Schnee oder Eis sollte man diesen Teil des Saumpfades unbedingt vermeiden. Das Tal verläuft jetzt nach rechts, d.h. nach Nordosten. Während des Aufstiegs erhebt sich plötzlich und gänzlich unerwartet die Staumauer des Sees von Montespluga, ein einzigartiger Kontrast der Großartigkeit des Bauwerks und den von der Natur in Millionen Jahren geschaffenen Felsstrukturen. Bald erreicht man den Talausgang: nach einem letzten Tor im Felsen befindet man sich schon auf dem Gipfelplateau, östlich der “Casa Cantoniera” von Stuetta an der SS 36, der Splügenstraße.

Man geht weiter auf dem alten Weg, der zum westlichen Teil (links) des Wanderwegs auf der 1931 erbauten Staumauer führt. Der See mit seinem Fassungsvermögen von 32 Millionen Kubikmetern und die Umgebung sind einfach malerisch. Auf der gegenüberliegenden Seite des Sees (1901 m) gegen Nordosten erheben sich von rechts nach links die Gipfel des Piz Spadolazzo, Piz Ursaregls und Piz Suretta, der mit seinen majestätischen 3027 Metern die Gruppe überragt. Weiter rechts, im Hintergrund, erblickt man die rundliche Spitze des Emet.

Die Via dello Spluga verläuft stetig langsam ansteigend nach links, oberhalb des westlichen Ufers des Spluga Sees. Auf der anderen Seite befindet sich die Staatsstraße. Nach einer links verlaufenden Schleife erreicht man die Ebenen mit ihren Weiden, in die sich das Loga Tal öffnet, nordöstlichster Ausläufer der Gebirge des Valchiavenna. Eine kleine Brücke ermöglicht den Übergang auf die andere Seite des Bachs und das Erreichen der ersten Häuser von Montespluga (1908 m), ein Dorf das früher die Reisenden beherbergte, die über den Splügenpass (2115 m) kamen. Nach drei Kilometern auf der Staatsstraße ist man schließlich im Ortskern.

Der Aufstieg von Isola nach Montespluga dauert ca. 2 h 40 min, mit einem Höhenunterschied von 650 Metern.